Die letzten Wochen des Jahres sind eine Schwelle. Draußen wird es still, die Natur zieht sich zurück, Blätter modern, Farben verblassen – und doch entsteht genau in diesem Schwarz-Braun der Boden für alles, was im Frühjahr wieder wachsen wird. Diese Phase ist kein Stillstand, sondern eine tief wirksame Regeneration. Auch im eigenen Leben eröffnet der Zeitraum zwischen Weihnachten und Neujahr einen besonderen Raum: Einen Zwischenraum ohne Taktung, ohne Erwartung. Eine Zeit, in der nichts entschieden werden muss und trotzdem vieles klarer wird. Für manche Menschen bedeutet dieser Übergang ein erleichtertes „endlich vorbei“. Andere empfinden Dankbarkeit für das, was gelungen ist. Beides gehört dazu. Die Vergangenheit – gleichgültig, wie sie war – bildet immer den Ausgangspunkt für unsere Zukunft. Es lohnt sich, Frieden zu schließen, zu integrieren, abzuschließen und aus allem das Beste zu formen. Die Natur macht es vor: Lassen statt forcieren. Ruhe statt Hektik. Tanken statt wachsen. Abgeben, was alt ist. Raum geben für das, was entstehen will. Diese Schwelle ist kein Verlust und keine besorgniserregende Leere – sie ist ein Startpunkt! Genau in dieser Leere liegt die Kraft und das Potenzial neue Ideen und Vorhaben auftauchen zu lassen – leise, ungeplant, ganz ehrlich. Wer Stille und Leere aushalten kann, bekommt oft Klarheit und Wahrheit zurück.
Gesegnete, frohe Weihnachten und ein friedliches neues Jahr 2026 der Fülle und guten Veränderungen!
Ulla Schuch




