Etwas Komplexes zu denken ist anstrengend. Es erfordert volle Aufmerksamkeit und kann sehr unbequem sein. Und doch ist es unsere Aufgabe, Komplexität auszuhalten und halten zu lernen. Weil unsere Welt und das Leben eben komplex sind. Und durch die KI noch komplexer geworden sind und in Zukunft vermutlich noch komplexer werden. Einige Experten halten es für einen der wichtigsten Skills der Zukunft, Komplexität denken und aushalten zu können.
Was genau ist Komplexität? Sie beschreibt die Vielschichtigkeit und Unübersichtlichkeit eines Systems, das aus vielen verschiedenen Einzelteilen und deren intensiven wechselseitigen Verbindungen besteht. Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es auch noch Variablen in komplexen Systemen, die unvorhersehbare Wirkungen hervorrufen können. Emergenzen nennt man diese unvorhersehbaren besonderen Erscheinungen in der Systemtheorie – förderliche und weniger förderliche. Noch mehr Verunsicherung, vielleicht auch Angst und Sorgen? Wir wissen nicht, wie es weitergeht und wie das komplexe System reagiert. Und dieses Nicht-Wissen macht es noch unbequemer für uns. Auch hier ist meine Empfehlung, das Nicht-Wissen auszuhalten und halten zu lernen. Und es als die reale Wahrheit in diesem Moment zuzulassen. Es ist, wie es ist.
Und dann aus diesem schwierigen Moment heraus einen kleinen nächsten Schritt zu machen. In die Richtung, in die ich gehen will – obwohl ich nicht weiß. Scrum lehrt uns, schrittweise vorzugehen, iterativ und agil. Heute gehe ich proaktiv einen Schritt auf mein Ziel zu. Und morgen mache ich den nächsten Schritt – proaktiv. Ohne darauf zu warten, dass jemand anderes kommt und mir sagt, welchen Schritt ich wohin gehen soll. Ohne mich von Komplexität und Nicht-Wissen aufhalten zu lassen.
Weißt Du, wovon ich spreche? Wie geht es Dir mit Komplexität?
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